21. November 2020
ohne dich nicht nichts aber von allem weniger weniger als gestern weniger als vorher weniger von mir was mir bleibt nicht nichts ohne dich aber von allem weniger
20. November 2020
Ich drehe Runden. Stunden um Stunden über Wieso und Weshalb, sammle Steine, meine und deine. Steine, die ich trage, ob ich will oder nicht. Die, die du vergessen hast, als du gingst, während ich schlief, noch träumte, versäumte, du warst schon fort... ohne ein Wort. Das Warum auf meinem Kissen schreit lautlos, ohne Antwort, ohne Standort drehe ich mich fort, wende den Blick, der weiße Wände verbrennt, sich verrennt, verläuft, in Irrgärten aus Fragen. Kein Entrinnen. Heute nicht. Ich...
18. November 2020
Immer wieder fallen. Über Stricke, Ankerketten und Reissleinen. Leinenlos. Die eigenen Löcher tiefer schaufeln und wenn du lange genug am Rand gestanden, hineingestarrt hast, wird jemand kommen und dich stoßen. Immer. Selbst schuld. Jemand wird kommen. Ein Mensch ohne Gesicht oder mit einem, welches du dachtest zu kennen, zu erkennen was dahinter liegt, ein Gesicht, dem du lerntest zu vertrauen, zu schauen in die Zukunft, in den Hafen. Bis zum Ende des Lieds. Dein Loch. In dem Du sitzt,...
12. November 2020
Sehnen mir auf den Leib geschrieben mit zarten Fingerspitzen auf pergamentene Haut gebettet in wellende Einsamkeit Sehnen mir auf den Leib geschrieben mit zerbrechlichen Blicken mitten in Angst verloren in tauber Stille Trauer mir auf den Leib geschrieben geschrieben das Ende das Ende vom Wir Trauer mir auf den Leib geschrieben
09. November 2020
Heimatlos. Bei jedem Schritt den ich gehe, jedem Gedanken, jedem Knistern von totem Laub unter bloßen Füßen. Heimatlos. Schritte, die ich ging, mit dir an meiner Seite, in meinem Kopf, voller Vorfreude, einem Lächeln und unwissendem Blick. Blicke, die einander kreuzten, bargen, das erste Licht des Tages und des Tages tanzenden Rhythmus aufgesogen in den Fasern unseres Seins. Ich möchte dich lassen. Los- und ziehen-und vielleicht sogar fallenlassen und frage mich doch jeden Tag wie das...
05. November 2020
Mein Herz ist voll von dir immer wieder und immer noch schickt es Leben in entlegenste Regionen die nur du zu kennen scheinst immer wieder und immer noch höre ich dich schweigend schreien so weit fort und kann nur still sein doch immer wieder und immer noch ist mein Herz voll von dir
02. November 2020
Ideen. Gemeinsam geboren, durchdacht und geliebt, auf halber Strecke verlassen, verblasst das gemeinsame Ziel. Ich starre auf ein Ergebnis was soviel Sinn machte, mich hinbrachte zu dem Leben was ich wollte, dem Leben mit dir. Heute öffne ich die Tür und suche einsam meinem Platz, versuche Leere zu füllen, Gedanken zu verhüllen und einfach zu sein... in trauriger Mitte. Meine Hand hält fest, an leeren Bänken, als würde ich fallen, wenn ich loslasse. Lasse, woran ich glaubte, was ich...
28. Oktober 2020
In wolkiger Nacht liest du graue Kälte, schreibst letzte Grüße zum grußlosen Abschied. Schreibst berührungslose Worte und vergisst den Punkt, als käme er dir nicht über die Fingerspitzen, nicht in den Sinn. Sinnlosigkeit auf den Punkt gebracht. Ein Punkt nur, hinter Vertrauen, hinter Vertrautem, dem du hinterhersiehst, verblassten Schatten, die mit Widerhaken in deinem Herzen hängen bevor du dich frierend zurückatmest in die schützende Höhle. In der du gut lebtest. Vorher. Vor dem...
25. Oktober 2020
Du siehst nach vorne. Tagelang. Lässt die Trauer, Trauer sein und lässt sie...stehen. Stehst aufrecht, stehst in der Mitte, mit beiden Beinen und allem was du bist. Die Wölbung deines Rückens... kalt aber gestreckt. Gestreckt die Waffen. Waffenstillstand im Krisengebiet. Verblasst, die Wärme einer Hand zwischen Schulterblättern und Herbstlaub, das brüchig auf Wegen liegt, die in unsichtbaren Frühling führen. Du siehst nach vorne, denkst an warme Hände, für die Ankommen auszuhalten...
18. Oktober 2020
Mich selbst spüren und mir erlauben, Abschied zu nehmen. Jeden Tag ein wenig sterben lassen. Ein Stück von mir selbst. Aufgeben. Hergeben, was ich gab. Verlorene Geschenke meiner Seele... sterben lassen. Die Hoffnung, die Erinnerung, die Illusion von Für-immer. Sterben lassen. Das Ankommen und das Bleiben-Wollen bei dir, geknüpfte Verbindungen zwischen Herzfasern und Seelenräumen. Sterben lassen. Verirrt, verdacht, verfühlt... Die Halbwertzeit von Worten hat uns überlebt. Das...

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