22. Januar 2021
Kaffeetassengeklacker aus dem Speisesaal. Stimmen leise, gedämpft. Gedämpft mein Blick in nebliges Weiß, fast schon Grau. Stau zwischen Gehirnwindungen und Herzensräumen, Wunschträumen und Visionen, die sich lohnen genauer hinzusehen, zu verstehen. Ich versteh‘ gerade nix. Ein Eisblock mit Muster, beleuchtet am Abend, fragend, ob das Licht dich trifft oder umschifft. Ich weiß manchmal nicht weiter, nach außen heiter, nach draußen eine Leiter, deren Sprossen zu weit auseinander sind....
15. Januar 2021
Ankommen. Fremd sein. Ihr mir und ich Euch und vor allem ich mir. Ich wandere durch Räume und Flure und Wälder, treffe Menschen und Fremde und dich... nur mich... treffe ich nicht. Ich hangel mich und meine Träume durch Räume, durch Gespräche durch Schmerz und durch Trauer, stehe vor einer Mauer, vorm Kaffeeautomaten, vor Essenschlangen und Therapieräumen, vor Albträumen und schließlich vor mir. Den Blick gewandt, gebannt auf mich, auf das was da kommt und endlich: es kommt. Nicht...
14. Januar 2021
Wenn ich mutig wäre Wenn du heute nicht kommen willst, dann kommst du vielleicht morgen. Und wenn du heute nicht gehen kannst, dann gehst du eben bald. Und wenn ich mutig wäre, würde ich manche Brücken abbrechen und vielleicht an anderer Stelle neue bauen. Nur um zu schauen, wohin ich käme...am anderen Ufer, auf der anderen Seite. Vielleicht wäre ich schnell pleite, würde merken das Tinyhäuser mir doch nicht taugen, weil ich selten gleichzeitig unter der Dusche stehe, mir mit der Linken...
31. Dezember 2020
Schnee fällt leise in mein Laut in Stimmen die nach dir schreien Daneben reden Frauen über Haare über Liebe und den ersten Kuss In mir schneit‘s leise in mein Laut Die Welt wird weißer bleibt doch gleich nur mein Blick verändert sich verändert mich weißer weicher leise schneit es in mein Laut Wie schön es doch wäre mich mit dir zu teilen weiß und weich so wie es war doch du bist kalt und in mir schneit‘s leise in mein Laut
30. Dezember 2020
Silvester, ein Ende, ein Anfang, ein Dazwischen und die Frage: erlebe ich den Jahreswechsel überhaupt wach? Wach sein. Wacher als gestern, wacher als im letzten Jahr. Wacher und klarer, mit dem Blick auf Gepäck, welches wir schleppen, in Rucksäcken, Taschen und Beuteln, in Herzen, Seelen und Träumen, die uns nicht schlafen lassen, fragen lassen und uns so einiges verpassen lassen. Wir sind wach. Wir warten. Wir sehnen. Versuchen Trauer zu überwinden, Hoffnung zu überwintern. Wir wachen....
23. Dezember 2020
Nicht standhalten. Den Lichtern in Zweigen, der stillen Nacht, dem Fehlen in jeder Faser eines Körpers der kaum meiner ist. Nicht standhalten, wenn Mauern um Tränenseen brechen und Erinnerungen aus schwarzen Wolken regnen, die mich verfolgen, obwohl ich renne, auf der Suche nach klarem Horizont. Nicht standhalten. Plätzchenteller unberührt beiseite stellen, Weihnachtsmusik ausschalten und nichts mehr wissen von Botschaften eines Kindes in der Krippe. Nicht standhalten. Der Esel sein. Das...
22. Dezember 2020
Du bist fort. Ich werfe Seile die zu kurz sind und Anker die keinen Boden finden, schreie Sätze und Gedanken, die verhallen irgendwo im Nebel. Du bist fort. Ich versuche einen Fuß vor den anderen zu setzen, denke an Beppo, sehe kein Ziel. Zu viel. Zu viel von Dir, zu viel Musik, zu viele Gedichte entstanden zwischen drei und vier Uhr morgens, in Stunden zwischen Traum und Verwundbarkeit. Du bist fort. Ich zünde Leuchtfeuer in der Nacht und starre, mit verbrannter Haut, in Lichter, in...
18. Dezember 2020
Du hast mich gesehen. Wie niemand zuvor. Legtest Wunder auf Wunden, bargst Verletztes, Wortloses und rohes Rot in warmer Hand. Fingst Tränen auf, um den Regenbogen darin mit deinem Sonnenblick zu suchen. Du suchtest. Mich. Zwischen schützender Verpackung und endlosen Decken gegen innere Kälte. Mich. Suchtest das, was verborgen lag, ungesehen, ungewollt, ungeliebt... und liebtest es. Ich staunte. Staunte über dich, über mich und darüber, was deine Suche aus mir machte und... fand mich....
09. Dezember 2020
Um dich zu vergessen, vergesse ich den Winter, die Weihnachtsbeleuchtung, den Adventskalender und hin und wieder sogar mich. Ich gehe Schritte, die ich vergesse, packe Dinge in Kartons, in den Schrank und in den letzten Winkel meines Herzens. Damit ich vergesse. Ich vergesse die Hoffnung, den Mut, das Atmen, das Träumen und manchmal sogar, wie sehr Berührungen Leben retten. Ich rette mich. Vor allem, was mich nicht vergessen lässt, mir auflauert, mich überfällt, wie Diebe in der Nacht wie...
08. Dezember 2020
Meine Melodie, die wilde und die zarte. Mein Gedicht, das rührende, das, voll Zuversicht. Warst meine Nacht, die durchträumte, die durchliebte. Warst Zucker und Salz, der erste Schnee, meine Gänsehaut, das Wort, das ich suchte, die Farbe, der Ton und die Sehnsucht dazwischen. Warst meine Fassung.... die ich verlor.

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