31. Dezember 2018
Langsam versinkt die Sonne hinter schroffen Bergrücken, lässt schwarzscharfe Kanten vor orangem Licht erscheinen bevor Dunkelheit sich senkt, zudeckt Felsen und Felder aus Schnee und den Atem des Tages. Den Atem des Jahres. Mit all seinem Zittern und dem lebendigen Rhythmus des Lebens. Dem Rhythmus, der manchmal still, manchmal rasend aber immer: weiter geht. Am Ende des Jahres in Armen geborgen, die lieben, die halten: fest, aufrecht und selbst wenn mein Herz stolpert: nicht los. Demütig...
30. November 2018
Und eines morgens wachst du auf und spürst sie nicht mehr.: die Angst, die Dir fast schon wie ein Freund zur Seite gestanden hat, den du mit einem Kaffee in der Hand und einem Schulterzucken gegrüßt und dich gewundert hast, dass es sich nicht richtig gut anfühlt „Hallo“ zu sagen. Jetzt ist sie weg. Und du erinnerst dich nicht einmal daran, wo sie herkam. Es wird Morgen und die Wege liegen im Licht ohne sich zu verbiegen, einfach nur geduldig darauf wartend, gegangen zu werden. Du...
16. August 2018
Und dann stehst du da mit deinem Latein, mühsam gelernt und eingeprägt und siehst zu, wie es zu Staub zerfällt nur weil du einen Augenblick nicht hingesehen hast. Oder zu lange. Oder einfach in die falsche Richtung. Rückwärts. Du siehst sie wieder: Momente, Erinnerungen und Bilder, die plötzlich noch bunter erscheinen als sie jemals waren. Doch bei genauerer Betrachtung ist es, als seien ihre Farben zu einem leuchtenden Bunt mutiert, dass es in Wirklichkeit nie gab. Schatten sind...
03. April 2018
Der Tag, an dem du springst. Von Türmen, über Mauern oder schlicht und am schwersten: über den eigenen Schatten. Die Anspannung im Angesicht aller Fragen, Unwägbarkeiten und relativer Unsicherheiten. Der Tag, an dem du -aufgewühlt von nächtlicher Klarheit- jede Frage an sich selber verweist, ist der Tag zu springen. Nicht mehr zu fragen. Wie von alleine wirst du ruhig, lässt deine Füße festen Stand zum Absprung spüren. Es ist der Tag zwischen Alt und Neu und die Spannung dazwischen,...
02. März 2018
Eine Ahnung von Frühling macht sich breit. Mit jedem Geruch der uns verfolgt, der uns erinnern lässt wie es im letzten Jahr war, als das erste Grün uns die Augen reiben ließ und unsere Fußsohlen kribbelten, weil sie raus wollten aus diesen Schuhen um stattdessen Grashalme unter sich zu spüren. Und ich denke: Ja, so sieht es aus! Wir verabschieden den Winter wohlwissend, dass er kommt: der Frühling. Und wie beruhigend: wir haben gar keine andere Wahl. Denn das ist die Sache mit dem Lauf...
12. Februar 2018
Laut waren die Tage. Die Musik. Die Stimmen. Laut war das Bunt. Heute schreit Stille in stummer Welt. Erinnerungen - vom Schweigen ganz heiser- melden sich krächzend zurück. Nebelkrähen. Beleidigt. Fast boshaft ihr ungehörter Blick. Für einen Moment bleibt Leere. Ohne Gestern. Ohne Morgen. Unverknüpft treiben Gedankenfäden umher. Ankerlos. Inselsuchend. Still.
23. September 2017
Bosse - Außerhalb der Zeit
14. September 2017
Wenn wir irgendwann herunterkommen von Robert Gernhardts „heillosem Hügel“... was dann? Sehen wir klarer? Verbuchen wir unter Erfahrung, was sich dickhäutig um uns herumgelegt hat und uns fühlen lässt, wie eine pummelige Pomelo? Oder verbringen wir unsere Tage damit zu überspielen, wie dünnhäutig wir eigentlich sind? Letztendlich ist die Frage, wieviel wir von uns selber ertragen können. Hin und wieder gelingt es sogar, die Verbindung zwischen dem was wir fühlen und unserer...
02. September 2017
Der September - man könnte auch sagen die Krise unter den Monaten - hat begonnen. Man weiß nicht so recht, was man mit ihm anfangen soll. Ist er doch geprägt vom Grundsatz: das Alte ist vorbei und das Neue hat noch nicht begonnen. Krise eben. Unsere Erinnerung an Sommer-auf-der-Haut wird wie die Bräune, jeden Tag blasser. Doch der Herbst mit seinen bunten Post-its an den Bäumen auf denen, wenn wir genau hinsehen, die vorfreudigen Gedanken an Kaminholz und warmen Kakao notiert sind......