Löcher

Immer wieder fallen. Über Stricke, Ankerketten und Reissleinen. Leinenlos. Die eigenen Löcher tiefer schaufeln und wenn du lange genug am Rand gestanden, hineingestarrt hast, wird jemand kommen und dich stoßen. Immer. Selbst schuld. Jemand wird kommen.

Ein Mensch ohne Gesicht oder mit einem, welches du dachtest zu kennen, zu erkennen was dahinter liegt, ein Gesicht, dem du lerntest zu vertrauen, zu schauen in die Zukunft, in den Hafen. Bis zum Ende des Lieds. 

Dein Loch. In dem Du sitzt, verschwitzt vom schaufeln, anschließenden Versuchen zu klettern. Hinauf an matschigen Wänden, festhalten an losen Enden, die schaukelnd in die Tiefe hängen.

Du kriegst sie nicht zu fassen. Weil sie nicht tragen. Und du stellst Fragen, die die falschen sind. Die falschen Enden vom Ende des Lieds.

Also bleibst du sitzen. Die Arme um angezogene Knie geschlungen, mit schmerzendem Kiefer vom Zähnezusammenbeißen und hoffst. Auf einen Morgen am Morgen, auf Leitern, auf Bewegung, auf das Ende der Nacht. Nicht auf Weihnachten. Das wird vergehen.

Über jedem Loch geht irgendwann die Sonne auf, denkst Du... doch manchmal dauern Nächte zu lange.