Die Welle

Mit den Gedanken woanders. Nur ein paar Stunden. Atmen.

Ohrenbetäubend die Stille danach. Dann kommt die Welle.

Fern zuerst, dann immer näher, bis sie dich packt, unter Wasser zwingt, Lebensluft raubt und du nicht mehr weißt, wo oben und unten ist. Die Fingerknöchel weiß vom irgendwo festhalten. Festhalten, doch du weißt nicht woran. Ohne Erbarmen taumelst du und hoffst, auf ein Wellental in dem du Atmen kannst.

Du findest dich wieder auf Parkplätzen, in Wäldern, von denen du nicht weißt, wie du dorthin gekommen bist. Scheiben beschlagen, so trüb wie dein Blick.

Dein Körper geschüttelt und schmerzend. Von Erinnerungen erschlagen, fassungslos angesichts gefühlloser Kälte, die dir entgegenschlägt. Wortlos.

Du bist unfähig zwei Hälften des selben Menschen übereinander zu bringen.

Du zerbrichst. Wieder einmal. Wieder ein Stück mehr. Kannst die einsame Trauer nicht abschütteln. Die Trauer, die allein deine ist und die größer wird mit jedem Moment in dem du verstehst, dass Gleichgültigkeit ihr gegenüber ist.

Klamm deine Seele, blutig dein Innen. Ohne Aussicht, der Blick ins Leere.

Sie entlässt dich. Die Welle. Zerschmettert in nächtliches Schwarz, vor dem du dich noch mehr fürchtest als vor den Erinnerungen des Tages.

Du zitterst...und wolltest doch nur bleiben...

 

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